Trachten PDF Drucken E-Mail
Der Weg zur Tracht ... gut' Ding will Weile haben!

1986 haben wir den Entschluss gefasst, eine Tracht für die Gruppe anzuschaffen. Allerdings sollte sie nach Möglichkeit auf echten Grundlagen beruhen.
Die suche nach Grundlagen für eine Tracht aus Rheinhessen erwies sich schwieriger wie gedacht, da es schon seit dem ersten Drittel des 19.Jahrhunderts in Rheinhessen keine Volkstracht mehr gibt.
Aber zum Schluss unserer Suche wurde man doch fündig. Anlässlich der Einweihung des Ludwigmonumentes in Darmstadt, am 25.August 1844, wurde ein Erinnerungsblatt herausgegeben, auf dem auch ein rheinhessisches Winzerpaar in Tracht abgebildet war. Das sollte uns zur Vorlage dienen. Jetzt begann aber erst die Arbeit. Fragen wie:“ Wo lassen wir unsere Tracht nähen?“ kamen auf. Diese Frage war schnell gelöst. Die Uniformfabrik Negele in Tübingen bekam den Auftrag.
Die Kopfbedeckung der Männer geht auf die französische Besatzung zurück, deshalb haben wir den Dreispitz für unsere Männer gewählt.
Jetzt fehlten uns nur noch die Hauben für unsere Damentracht. Hier half uns das Stadtmuseum in Alzey weiter. Die Museumsleiterin hatte drei echte alte Hauben um 1850 zur Auswahl. Ausgesucht wurde die schönste, eine Hochzeitshaube aus Rheinhessen.
Nun galt es, die Hauben zufertigen, kaufen war unmöglich. Wir haben uns mit dem Trachtenrestauratoren Hohl und Heidele in Eggmannsried in Verbindung gesetzt. Diese gaben dann die Anleitung, damit die Tänzerinnen der Gruppe selbst die Arbeit aufnehmen konnten.
Allein für das Deckblatt haben wir 50 Stunden zum sticken gebraucht und nicht nur deshalb tragen wir sie mit besonderem Stolz und Freude.